Ökostrom

Die Begrifflichkeit "Ökostrom" - auch "Biostrom" , "sauberer Strom" oder "grüner Strom" genannt - bezeichnet die Art von Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Dazu zählt jedoch auch das Verfahren, wie der Strom gewonnen wird. So werden etwa große Staudämme, die durch ihre Errichtung und Nutzung enorme Umweltrisiken für Flora, Fauna und Umwelt bergen, im Allgemeinen nicht zu den ökologisch vertretbaren Quellen gezählt. Ökostrom ist eigentlich nur dann Ökostrom, wenn die benötigte Energie alleinig aus umweltschonenden Quellen bezogen werden kann. Da der Begriff Ökostrom allerdings nicht gesetzlich geschützt ist, bezeichnen viele Stromanbieter ihre Produkte ebenfalls als Ökostrom, auch wenn der Strom nicht direkt aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt wird z.B. bei der Kraft-Wärmekopplung aus Erdgas oder beim Umettikettieren von grauen Strom durch sogenannte RECS-Zertifikate.

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Derzeit nutzen die Erzeuger von Ökostrom hauptsächlich zwei Quellen, nämlich Windenergie und Kleinwasserkraftwerke. Energie aus dem Wind wird dabei in erster Linie aus so genannten Windenergieanlagen gewonnen, die in Windparks gebündelt aufgestellt sind (in Deutschland in den meisten Fällen in unbewaldeten Gebieten mit stark wehenden Winden oder vor den Küsten von Nord- und Ostsee. Letztere Methode wird Offshore-Windenergie genannt). Kleinwasserkraftwerke dagegen sind Anlagen, die an Flüssen installiert werden und keinen Stausee benötigen, um die Energie des Wassers in Strom umzuwandeln, da der Bau von Stauseen nicht als umweltfreundlich anzusehen ist. Kleinwasserkraftwerke erbringen in Europa per Definition bis zu 10 Megawatt Leistung. Weitere ökologische Energiequellen sind Biomasse, Biogas, Photovoltaik (also die Stromerzeugung aus Sonnenenergie), Solarthermie und Geothermie. Doch sind diese bis dato noch nicht allzu weit verbreitet, da ökonomisch nicht profitabel oder technisch zu unausgereift. Die Windenergie ist die aktuell klar dominierende Alternativenergie; im Jahr 2008 erbrachte die Nutzung der Windenergieanlagen knapp doppelt so viel Energie wie die Nutzung der Wasserkraft. (Zwar ist die Energiegewinnung mittels Verbrennen von abbaubaren festen Stoffen wie Holz oder die Verbrennung von Biodiesel höher, aber Ökostrom im eigentlichen Sinne wird daraus nicht gewonnen.)

Ökostrom ein Trendprodukt?

Ökostrom ist auf dem besten Weg ein Trendprodukt zu werden. Auf diesen Zug springen auch immer mehr Stromanbieter auf, denen das Wort Umweltschutz nicht wirklich geläufig sein kann. Zumindest liegt diese Vermutung nahe wenn man sich deren Anteil an der Stromgewinnung aus regenerativen Energien mal anschaut. RWE hat dazu sogar eine Kampagne zur Imageverbesserung gestartet und publiziert derzeit Videos mit dem RWE Energieriesen. Greenpeace hat in diesem Zusammenhang ein interessante Anpassung vorgenommen:

Ökostrom: nur eine moralische Triebfeder?

Ergebnisse der Umweltbewusstseinsforschung zeigen, dass ein allgemeines Umweltbewusstsein keine hinreichende Bedingung für umweltverantwortliches Handeln ist. Die geringen Marktanteile von Ökostromprodukten im Vergleich zu den hohen Zustimmungswerten für Umwelteinstellungen dürften zeigen, dass dies auch für den Bezug von Ökostrom gilt. Trotzdem ist die Bedeutung des Umweltbewusstseins für die Akzeptanz von Ökostrom nicht zu vernachlässigen. Es ist anzunehmen, dass ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein zwar nicht die einzige, wohl aber eine absolut notwendige Voraussetzung für einen Wechsel zu Ökostrom darstellt, weil kaum andere, also nicht auf die Umwelt bezogene, Handlungsmotive existieren: Nach der augenblicklichen Marktsituation sind Ökostromprodukte in der Regel teurer als der Strommix aus Kohle und Atomspaltung, so dass materielle Gesichtspunkte heute wohl noch keinen Grund für einen Wechsel darstellen dürften. Wenn der Ausbau regenerativer Möglichkeiten zur Stromerzeugung jedoch weiter wächst und auch politisch gefördert wird, könnte dem materiellen Argument womöglich schon bald der Zahn gezogen sein.

Was bedeutet der Bezug von Ökostrom genau?
Ökostrom

Seit 1999 ist der deutsche Strommarkt liberalisiert. Das heißt, dass jede Verbraucherin und jeder Verbraucher frei entscheiden kann, woher der jeweilige Haushalt den Strom bezieht. Wer Ökostrom beziehen möchte, sollte vorher jedoch über einige Details informiert sein:

Ökostromanbieter speisen die exakte Menge des Energiebedarfs ihrer Kunden in das Versorgungsnetz ein. Da Strom, physikalisch betrachtet, immer gleich ist und alle Endkunden ihren Strom aus dem gleichen Verbundnetz beziehen, kann der einzelne Verbraucher also keinen "personalisierten Ökostrom" beziehen. Die konkrete Auswirkung, die Ökostrom auf das Netz hat, spiegelt sich im so genannten Strommix wieder, das ist die prozentuale Aufteilung der Energieträger, aus denen der Strom erzeugt wurde. Reinen Ökostrom bezöge der Kunde somit nur dann, wenn 100 Prozent aller Endkunden zum Ökostromanbieter wechseln würden. Heute sind zwar tatsächlich alle Stromversorger - also nicht nur Ökostromanbieter - dazu verpflichtet, einen elfprozentigen Anteil ihres Stroms aus ökologischen Quellen zu gewinnen, aber das macht nur einen verschwindend geringen Teil aus.

Ein Lieferant von Ökostrom kann seinen Strom entweder mengengleich oder zeitgleich ins Netz einspeisen. Ersteres heißt, dass er die von seinen Kunden benötigte Strommenge auf ein ganzes Jahr verteilt zur Verfügung stellt, wohingegen zeitgleich heißt, dass der Versorger zu jedem Zeitpunkt exakt die Menge Strom ins Verbundnetz fließen lässt, die die Kunden aktuell verbrauchen.

Dabei ist klar: Neben den privaten Haushalten steigen auch immer mehr öffentliche Institutionen (Ministerien in Bund und Ländern, Schulen, Universitäten, Klinken oder Ämter jeglicher Art) auf Ökostrom um. So plant das Land Berlin etwa, bis 2012 sämtliche öffentliche Einrichtungen mit Ökostrom zu versorgen. Auch die Straßenbeleuchtung und die Ampeln zählen dazu. Dass sich die Kosten der Stromversorgung dadurch um zwei Millionen Euro erhöhen, spricht für die Weitsicht, mit der die Entscheidung getroffen wurde. Ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht.

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